Energie: Was sich 2012 alles ändert Drucken E-Mail
Freitag, den 30. Dezember 2011 um 08:18 Uhr

Der Jahreswechsel ist für den Gesetzgeber immer ein beliebter, markanter Zeitpunkt, an dem er gern zahlreiche Änderungen in Kraft treten lässt. So auch zum Jahresbeginn 2012. Im Bereich der Energie ändern sich für Verbraucher einige Punkte, so, wenn es darum geht, den Energieversorger zu wechseln. Abschied nehmen heißt es dagegen im Herbst, denn dann scheiden wieder die bei den Deutschen immer noch beliebten Glühbirnen aus dem Handel aus.

 

Der Reihe nach: Ab Januar gibt es Änderungen in den Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Konventionelle Modernisierungen werden dann gar nicht nicht mehr gefördert. Im Programm "Altersgerecht umbauen" entfallen die Zuschüsse, die Kredite werden teurer. Hintergrund: Der Bund stellt dazu keine Mittel mehr zur Verfügung, die KfW finanziert das Programm aus eigenen Mitteln. Das Programm "Energetisch Sanieren" wird dagegen fortgesetzt. Hier ist der Bund weiter mit im Boot und stellt jährlich 1,5 Milliarden Euro bereit.

 

Weniger Förderung für Solarnanlagen

 

Zurückgefahren wird 2012 dagegen die Förderung von Solaranlagen. Privatleute, die im nächsten Jahr eine Anlage bis 30 kW installieren, erhalten von ihrem Netzbetreiber je eingespeister Kilowattstunde (kWh) nur noch 24,43 Cent. Bisher gab es dafür 28,74 Cent. Den neuen Förderbetrag gibt es auf Antrag 30 Jahre lang.

 

EU Energielabel 2012Das bereits bekannte Energieeffizienzlabel erhält die neue Kategorie A+++ (Foto links), die zurzeit allerdings nur für Wasch- und Spülmaschinen sowie Kühl- und Gefrierschränke gilt. Wer sich in diesem Bereich neue Geräte zulegen möchte, kann auf besonders sparsame Exemplare zugreifen. Neu ist auch, dass das Label für alle einbezogenen Gerätegruppen verpflichtend ist. Das lässt sich daran erkennen, dass neuerdings auch TV-Geräte den Aufkleber tragen (müssen).

 

Außerdem droht auch Stromfressern nach und nach das Aus. Denn 2012 treten weitere Regelungen der Ökodesign-Richtlinie in Kraft. Sie gibt den maximalen Stromverbrauch für Geräte vor. Neue Kühlschränke müssen ab Mitte 2012 beispielsweise mindestens 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als in der Klasse A vorgegeben. Mit der Zeit können so keine Geräte dieser Klasse mehr hergestellt werden, so dass statt Klasse A dann die Klasse A+ zur schlechtesten Klasse wird.

 

Ab Anfang Februar sollen Kunden von Energieversorgern mehr Informationen erhalten. Laut Energiewirtschaftgesetz müssen in jeder Rechnung die Angaben zu Kündigungsterminen und –fristen vorhanden sein, ebenso die Einordnung des individuellen Verbrauchs und ein Hinweis auf die "Schlichtungsstelle Energie", falls es Probleme mit dem Versorger geben sollte.

 

Zudem soll auf den Rechnungen vermerkt sein, aus welcher Quelle der Strom stammt, beispielsweise Wind-, Wasser- oder fossile Kraftwerke. Unklar ist aber bislang, ob Kunden auch erfahren, wenn sie Atomstrom beziehen. Denn bei importiertem Strom können die Versorger als Quelle "Strommix" angeben, der nicht näher aufgeschlüsselt wird.

 

Schnellerer Wechsel des Energieversorgers

 

Kein Aprilscherz: Ab dem 1. April 2012 soll der Wechsel des Gas- oder Stromversorgers schneller gehen. Ausschlaggebend ist laut Energiewirtschaftsgesetz der Zeitpunkt, an dem neue Versorger seinen Kunden beim Netzanbieter angemeldet hat. Ab diesem Zeitpunkt muss der komplette Wechsel innerhalb von drei Wochen erledigt sein. Die Versorgung kann zudem an jedem Werktag beginnen, nicht mehr erst zum 1. des folgenden Monats.

 

Im Herbst heißt es dann wieder Abschied nehmen: Ab dem 1. September 2012 darf auch die 40-Watt-Glühbirne nicht mehr produziert werden. Vorhandene Bestände dürfen im Handel aber noch abverkauft werden. Die Glühbirnen mit 100, 70 und 65 Watt dürfen bereits nicht mehr hergestellt und verkauft werden. (fra)

Foto: EU-Kommission (unten)

 

Mehr zum Thema:

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Februar 2012 um 08:53 Uhr